Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)

Was ist eine “Mammographie”?

Neben der klinischen Untersuchung stellt die Röntgen-Mammographie die Basis der Diagnostik von Erkrankungen der weiblichen Brust dar.

Die Mammographie ist eine konventionellen Röntgenaufnahme der weiblichen Brust. Da das Brustgewebe jedoch nur geringe Dichteunterschiede aufweist, wird eine “weichere” Röntgenstrahlung benötigt als z.B. bei Lungen oder Knochenaufnahmen. Diese erhält man durch eine spezielle Röntgenröhre.

Die weichere Strahlung erlaubt die Unterscheidung von Geweben mit nur geringen Dichteunterschieden, bei der Brust vor allem zwischen Drüsengewebe, Fett und eventuell vorhandenen krankhaften Veränderungen.

Um eine gleichmäßige Abbildung der gesamten Brust zu erhalten muß sie hierbei zwischen zwei Plexiglasscheiben komprimiert werden. Dies ist ein unverzichtbarer, wenn auch mitunter schmerzhafter, Bestandteil der Untersuchung, der durch die verbesserte Möglichkeit der Früherkennung eines Brustkrebses bei weitem aufgewogen wird. Die Mammographie wird umso besser und aussagekräftiger, je stärker die Brust komprimiert wird. Gleichzeitig führt die Kompression zu einer reduzierten Strahlenbelastung.

Wozu dient eine Mammographie?

Die Mammographie wird insbesondere zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom) eingesetzt. Das Mammakarzinom stellt die häufigste Tumorerkrankung und Todesursache der Frauen zwischen 40 und 60 Jahren dar. Die Prognose des Mammakarzinoms wird wesentlich von Tumorgröße und Lymphknotenstatus zum Zeitpunkt der Entdeckung bestimmt. Der erfolgversprechendste Ansatz für eine Verringerung der Todesfallrate des Brustkrebs liegt somit in der Früherkennung. In den letzten Jahrzehnten konnte gezeigt werden, daß durch den regelmäßigen Einsatz der Mammographie in der Früherkennung sowohl die Überlebenschancen als auch die Möglichkeiten der Brusterhaltung entscheidend verbessert werden konnten.

Mit der Mammographie können selbst Karzinome entdeckt werden, die nicht tastbar sind und bei rechtzeitiger Entdeckung eine hervorragende Heilungschance besitzen. Die Mammographie dient darüber hinaus auch zur Abklärung von Tastbefunden und zur Überwachung von sog. Risikopatientinnen. Sie wird als Basisdiagnostik eingesetzt, die bei speziellen Fragestellungen oder mehrdeutigen Befunden durch eine Sonographie und eine Magnetresonanz-tomographie der Brust (MR-Mammographie) ergänzt werden kann.

Nach derzeit geltenden Kriterien sollte eine Basismammographie bis zum 35. Lebensjahr stattfinden. Ab dem 40. Lebensjahr sollte alle 2 Jahre ab dem 50. jedes Jahr eine Vorsorgemammographie durchgeführt werden. Kontrollen in Vereinbarung mit dem Gynäkologen und Radiologen.

Eventuelle Vorbilder, -befunde bitte immer zur Untersuchung mitbringen.

Weitere Infromationen finden sie auch unter www.krebshilfe.net
oder auch www.mammakarzinom.at

Wahl des Untersuchungstermins:

Eine Mammographie wird entweder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung, zur Kontrolle eines tastbaren Knotens in der Brust oder im Rahmen der Nachsorge nach Behandlung eines Brustkrebses durchgeführt.

Außer bei einem dringlich abzuklärenden klinischen Befund sollten Sie den Untersuchungstermin so wählen, dass er in die ersten 10 Tagen nach Beendigung der Monatsblutung (Menstruation) fällt. In diesem Zeitraum ist die für die Mammographie wichtige Eindrückbarkeit (Komprimierbarkeit) der Brustdrüse während der Untersuchung besser möglich (geringere hormonell bedingte Brustschwellung) und weniger unangenehm.

Informationen zur Untersuchungsdurchführung:

Bei der Mammographie handelt es sich um Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust, die üblicherweise in zwei Richtungen (Ebenen) angefertigt werden. In einzelnen Fällen können zusätzliche Aufnahmen erforderlich werden, um die Drüsenkörper vollständig abzuklären.

Für die Anfertigung der Aufnahmen werden Ihre Brüste nacheinander von der Assistentin in die erforderliche Aufnahmeposition gebracht, indem das Brustgewebe auf dem Lagerungstisch durch zwei Plexiglasplatten behutsam zusammengedrückt (komprimiert) wird. Normalerweise werden beide Brüste untersucht, da zur Unterscheidung individueller und krankhafter Abweichungen der Vergleich mit der gesunden Gegenseite sehr hilfreich sein kann. Die Kompression der Brust ist unerlässlich um ein optimales Untersuchungsergebnis zu erlangen und die Strahlenbelastung möglichst niedrig zu halten.

Nachdem der untersuchende Arzt sich Ihre Mammographieaufnahmen angeschaut hat, wird er Sie noch einmal klinisch untersuchen. Diese Untersuchung setzt sich zusammen aus der äußeren Betrachtung der Brüste sowie der Tastuntersuchung, die die Achselhöhlen einschließt. Außerdem wird der Arzt Sie zu bestimmten Risikofaktoren befragen, ob z.B. in ihrer Familie Brustkrebs aufgetreten ist oder ob bereits eine Krebserkrankung vorliegt bzw. vorgelegen hat und ob Sie in der letzten Zeit selbst neu aufgetretene Besonderheiten im Bereich der Brüste bemerkt haben. Hier sind vor allem tastbare Knoten wichtig! Sollten Sie entsprechende Veränderungen bei einer Selbstuntersuchung festgestellt haben, teilen Sie dieses unbedingt dem behandelndem Arzt mit. Bei unklaren Befunden werden Zusatzuntersuchungen (Sonographie, Magnetresonanztomographie) veranlasst.


1… Kutis – 2… subkutanes Fettgewebe – 3… Vene – 4… Drüsenkorper – 5… Retromamillärraum - 6… Mamille – 7… Kuppe eines Drüsenlappens – 8… Ligg. suspensoria mammaria (Cooper-Ligamente)